Werner Arndt - Ausstellungsbeteiligungen - |
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- Kritiken zur Ausstellung - Wiesbadener Tagblatt - Die Neue Zeitung - Frankfurter Allgemeine Zeitung |
WIESBADENER TAGBLATT Wegweiser für Mäzene |
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"Sint Maecenates, non deerunt. Flacce, Marones" - "Wenn es Mäzene gibt, mein Flaccus dann gibt es auch Vergile", lautet ein Epigramm des römischen Dichters Martial. Diesem Anliegen: eine Brücke zu schlagen zwischen dem gebefreudigen Kunstfreund, dessen Munifizenz die künstlerische Leistung herbeizieht oder beflügelt, und dem einsamen Schaffenden will die gegenwärtige, im Zusammenwirken von Künstlervereinigungen, Industrie und Regierung veranstaltete Weihnachtsverkaufsausstellung im Wiesbadener Landesmuseum dienen. Durch die Beteiligung zahlreicher in Hessen wohnender Künstler wird in den rund dritthalb Hundert Arbeiten ein gültiger Ueberblick über das Kunstschaffen im Lande geboten. Alle Richtungen sind großzügig zugelassen worden. So sieht man Gemälde, die den tiefen Frieden gesicherter Bürgerlichkeit des 19. Jahrhunderts atmen, neben den mutigen Versuchen, abstrakte Seinsfakten in Farben und rhythmischen Linien zu verbildlichen. |
verbunden sind Adolf B o d e mit seinem Winterbild. Ludwig B e c k e r, Erich K a a t z ("Seinebrücke"), Henner Knauf ("Altes Friesenhaus"). Konkret in der Komposition, doch von phantasievoll freier Wahl der Farben bestimmt sind die dekorativen, auf einen heiteren Klang gestimmten Bilder von Eberhard S c h l o t t e r s ("Hauptstraße in Palmo", "Netzflickerinnen", "Café am Canal grande"), die von einer schwebenden Stimmung getragenen Blumenstilleben Christa M o e r i n g s, ein Nolde verpflichtetes, farblich stark und reich behandeltes Stillleben von Werner S c h r e i b und die hellfarbige "Flasche mit Zitrone" von Alexander H a r d e r. Von verwandter Stilrichtung, doch dem Thema entsprechend im Ausdruck tiefer lotend, ist Heinz Rudi M ü l l e r s in verlebendigter Farbgebung vielsagend eindringliches "Bildnis eines Malers". Willi S t a a b ("Gefäße"), Helmut L a n d e r ("Badende"), Paul H ü l s m a n n ("Häuser in Vézelay"), Alo A l t r i p p ("Fisch, Boot, Mond"), Fritz B e r n e i s ("Handschuhe") und Gerhard H i n t s c h i c h ("Mutter und Kind") erheben die in einen Allgemeinzustand umgeformten, meist straff konturierten Motive noch stärker in den Bereich der vorwiegend farblichen Aussage. An die Grenze des Deutbaren werden die Themen von Oskar K o l i n ("Altes") und Walter K ö s t e r ("Stilleben") geführt, während in den Kompositionen von Erwin F i l t e r und Otto R i t s c h l die Gestaltung absoluter Formen oder rein geistiger Vorstellungen unternommen wird. |
In den Kritiken angesprochenes Bild von Werner Arndt | |
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Die Neue Zeitung Nr. 290 / 9. Dezember 1952 262 hessische Künstler Weihnachtssausstellung in Wiesbaden |
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Wiesbaden, 8. Dezember. - In der Reihe der vom Kulturkreis der Industrie geförderten Ausstellungen hat nun auch die des Landes Hessen ihre Tore geöffnet. Wärend in Mainz durch das Mitwirken erfahrener Museumsleute eine knappe, qualitätvolle Übersicht. entstand, hat in Wiesbaden die allzu kopfstarke Jury (16 Stimmen!) flaue Kompromisse gezeitigt: Namhafte hessische Künstler, u. a. Mettel und Lammeyer aus Frankfurt, haben nicht teilgenommen, während aus den Tälern Oberhessens Enkelschüler von Hans Thoma und Heimatmaler ohne persönliche Handschrift in Scharen herbeieilten. Im Gegensatz zu Stuttgart und Mainz hat man überdies Werke (aller Richtungen in jedem Saal gemischt, für feinfühlige Betrachter ein unerträglicher Anblick. |
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG Mittwoch, 10. Dezember 1952/Nr.286/Seite 2 "Den Künstlern helfen" Zur Wiesbadener Kunstausstellung des Kulturkreises der deutschen Industrie |
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In etwa zehn deutschen Bundesländern finden in diesen Tagen Ausstellungen bildender Kunst statt; wer mehrere davon gesehen hat wird gerade von der Veranstaltung im "Lande Hessen enttäuscht. "Den Künstlern helfen" - eine schöne Parole. Aber sollte es nicht heißen, uns allen helfen, damit die Kunst wieder wesentlichere Aufgaben im heutigen Leben erhält? Was kann die Industrie nicht alles tun: es gibt Porträtaufgaben in ihrem Bereich, die seit langem der Fotografie zufallen, aber der Kunst zurückgegeben werden können; da sind Werksanlagen im Bilde festzuhalten - es geschieht meist im Stil einer trockenen Architekturzeichnung; scheidende Aufsichtsratsmitglieder sollen geehrt werden - es braucht nicht immer ein teurer Achenbach erworben zu werden; Kantinen oder Empfangsräume sind zu schmücken - sollte nicht einmal ein abstrakter Maler hier die Aufgabe erhalten, seine Formenspiele einem Zweck einzubinden? Und erst die Schwarz-Weiß-Kunst - vom Werbeprospekt und einfachen Firmendrucksachen angefangen bis zu feierlichen Jubiläen, von denen in weitem Umkreis Kunde gegeben werden soll: Aufgaben in Hülle und Fülle! |
Hat sich der begreifliche Unmut gelegt, so erfreut man sich einer Fülle von Arbeiten, die in der Qualität den in Mainz und Stuttgart gezeigten nichts nachgeben (nur muß man sie sich aus der Masse heraussuchen). Wir gruppieren die wichtigen Künstler nach Generationen und beobachten, welche Stilrichtungen sie einschlagen. Vor 1892 geboren, also heute über sechzigjährig, sind 53 der 262 Maler und Plastiker. Dem 1874 geborenen K. W. Kempin danken wir eine noble Landschaft von noch beinah vor-impressionistischer Stilfärbung, "Forum Romanum"; sie dürfte vor gut einem Menschenalter entstanden sein. Thoma und andere deutsche Meister des neunzehnten Jahrhundert sind für E. Eimer, H. Winter und K. Trinkewitz das entscheidende künstlerische Erlebnis gewesen. Während H. Woelcke einen etwas unpersönlichen Spätimpressionismus pflegt, steht nur ein Maler aus der eben genannten Altersgruppe ganz in den Problemen der Gegenwart: O. Ritschl (geb. 1885): seine abstrakten Kompositionen sind durchdachter als alles, was der Nachwuchs in dieser Richtung zeigt. |