Werner Arndt - Einzelausstellung 1953 |
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FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (Montag, 5.Oktober 1953 / Nr. 231, Seite 6 + Abbildung: "Mädchen vor dem Spiegel.") Der Maler Werner Arndt Vor wenigen Jahren wurde man zuerst in der Darmstädter Sezes- sion auf den 1918 in Stralsund geborenen Werner Arndt aufmerksam. Heute zeigt das Museum Wiesbaden eine erste Sonderausstellung seiner Werke, namentlich solcher aus den letzten zwei Jahren; wir erleben ein unbeirrtes Fortschreiten des Künstlers. Ernste Besinnlichkeit und die Vorliebe für expressive Wirkungen mögen ein Erbteil der norddeutschen Heimat sein. Auch in den meist kräftigen Farben zeigt sich eine gewisse Anlehnung an die großen, aus Norddeutschland stammenden Meister des deutschen Expressionismus. Sehr wichtig ist ferner Beckmann mit den Bildern seiner Frankfurter Epoche gewesen. All diese Anre- gungen werden jedoch sicher und selbständig verarbeitet und weiterentwickelt. Die Formensprache von Arndt scheint sich von knittrigen oder zackigen Linien zu gerundeter Weichheit weiter zu entwickeln. Arndts Absicht, die sichtbare Welt darzustellen, gerät hier und da in Konflikt mit dieser Vorliebe für melodiöse Kurven. Hier scheint noch nicht alles gelöst. Themen Arndts sind neben Landschaften vor allem Figurenbilder; wir heben von Werken der allerletzten Zeit die "Frau mit dem Umhang", das "Selbstbildnis" und die "Passage" hervor. Arndt lebt seit Kriegsende zurückgezogen in einem Taunustal.------------------------------------------------------ --------------------------------------------------------------ebg |
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FEUILLETON (MONTAG, 5. OKTOBER 1953, SEITE 6 + Abb.: "Passage" Die Malkunst Werner Arndts Bekenntnis zum Leben Ein Bekenntnis zum Leben spricht aus der Malerei Werner A r n d t s. Das gibt, bei aller Verhaltenheit, seinen meist großformatigen Gemälden eine Frische, die wohltut. Sein Pinsel nennt die Dinge beim Namen. Es gibt kein Rätselraten um seine Bilder. Keines aber ist reines Ab-Bild. Die Darstellung, sei es Mensch, Natur oder Gegenstand, zielt in die Tiefe, ja nähert sich einem neu gesehenen, unserer Zeit entsprechenden Urbild. Werner Arndt blickt hinter die Dinge, indem er ihre natürlichen Umrisse beibehält und sie zu gleich auf eine stark anrührende Weise entstofflicht. So wird das Wesen, die Seele spürbar. Siebzehn große Gemälde vereinigt die Kollektiv-Ausstellung, die der Nassauische Kunstverein im Neuen Museum von Werner Arndt zeigt. Dazu kommen verschiedene Graphiken, die teils gerahmt an der Wand hängen, teils in einer Mappe ausgelegt sind. Schon beim Eintritt in die Ausstellung wird man von der ruhigen Kraft in Bann geschlagen, die den Werken entströmt. Man spürt: Hier ist ein Mensch am Werk, der das Leben nicht als reine Zufälligkeit oder gar als auferlegte Last, sondern als individuell geschenkte Gnade betrachtet und der das mit den ihm gegebenen künstlerischen Mitteln auszudrücken sucht. Aus den letzten vier bis fünf Jahren stammen die Gemälde, aus einer Zeit also, da Arndt, der gebürtige Stralsunder, in Eisenbach im Taunus eine neue Heimat fand. An ihnen ist, neben dem inneren Wollen, auch die äußere Entwicklung, das künstlerische Ringen mit Form und Raum zu sehen. Man merkt deutlich wie die Phantasie von strenger Selbstdisziplin gebändigt wird. Die Farbe trägt der junge Künstler pastos in rein leuchtender Kraft auf. Man sieht Gemälde, deren Grazie bestrickt. Das "Mädchen vor dem Spiegel", das reizvoll-lebendige Gemälde "Passage" (wie fein ist es abgewogen in seiner scheinbaren Zufälligkeit!) und einige Frauenbilder gehören dazu. Taunuslandschaften, Sei es im Sommer, sei es zur "Schneeschmelze" oder aus dem "Atelierfenster" gesehen, gewinnen vergeistigtes Leben. Die vibrierende Art einiger Graphiken besticht. Schmal, und hoch ragt eine "Pieta": sinnbildhaft und eindringlich in ihrem Ernst und ihren lodernden Rot und Gelb. Dr. Clemens W e i l e r, der die Ausstellung in Anwesenheit vieler Kunstfreunde eröffnete, wies auf jenen neuen Weg hin, den Werner Arndt einschlägt. Arndts Bekenntnis zur Gegenständlichkeit wurzle in einer neuen, von der Strenge der abstrakten Malerei geschulten Sicht, die die Außenwelt an der Innenwelt prüfe. Mit dem bisherigen Leben des jungen Künstlers und seinem Weg und seiner Ausbildung machte Dr. Paul- Sarnowski kurz bekannt. Die Ausstellung ist in den Räumen des Nassauischen Kunstvereins im Neuen Museum bis zum 1. November zu sehen. TPH |
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OST-WEST-KURIER der Wochenzeitung für Deutsche aus Ost und West, 14. November 1953 + Abbildung: "Passage" Der Maler Werner Arndt
Ein junger pommerscher Künstler |
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STUTTGARTER ZEITUNG (Donnerstag 8 Oktober 1953, Nummer 235 / Seite 7) Der Maler Werner Arndt Auf Ausstellungen in Wiesbaden und Darmstadt ist ist in den letzten Jahren immer wieder Werner Arndt mit kraftvoll gebauten, an. das Gegenständliche gebundenen Bildern aufgefallen. Jetzt zeigt der Nassauische Kunstverein im Wiesbadener Neuen Museum die erste Kol1ektivausstellung des nun fünfunddreißigjährigen, aus Stralsund stammenden, seit 1945 im Taunus lebenden Malers, der einer der wichtigsten in der jungen Künstlergeneration ist. Arndt bejaht die Welt der Erscheinung und damit das Bild des Menschen, er kennt aber auch die formende Macht der Abstraktion. Ihm gelingt sogar eine Art Synthese. Die Ausstellung zeigt nur Bilder und graphische Blätter aus den letzten vier Jahren. Doch daran schon wird eine Entwicklung zum Differenzierteren, in der Farbigkeit und im Ausdruck, ablesbar. Die "Pieta" von. 1949 lodert noch grell im Nachklang des Expressionismus, aber das "Menschenpaar" von 1953 ist zwar verhalten gemalt, doch von einer warm umfangenden Macht der Gebärde erfüllt. Die gleiche Entwicklung zeichnet sich in den Landschaften ab. Der Name Beckmanns drängt sich vor diesen Bildern auf, freilich spricht aus ihnen ein gelasseneres Welt- und Lebensgefühl. Arndts Schaffen ist ein großes Versprechen. D. |
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Wiesbadener Tagblatt vom: 5.Okt.1953 Bekenntnis zum Menschen und zum Gegenstand Werner Arndts Gemälde in der Ausstellung des Nassauischen Kunstvereins
Die neue Ausstellung des Nassauischen Kunstvereins, Wiesbaden, im Neuen Museum
ist ganz dem Schaffen des Malers Werner Arndt gewidmet. Der Künstler, 1918 in
Stralsund geboren, also zur jungen Genera-tion gehörend, hat an der Staatlichen Kunstschule in Berlin bei Willy Jaeckel studiert.
Seit 1945 lebt er zurückgezogen in Eisenbach im Taunus. Seine Bilder sind seit 1950 auf
Ausstellungen in Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt gezeigt worden.
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