Werner Arndt - Ausstellung im Bürgerhaus Florstadt 1979 -


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"Das Leben im Alter"
Im Rahmen eines Wettbewerbes des Zentralverbandes der Sozialversicherten, Rentner und deren Hinterbliebenen Deutschland e.V.
fand im Bürgerhaus von Florstadt eine Ausstellung von Werner Arndt statt.


Programmzeitschrift zum Wettbewerb "Das Leben im Alter" (Auszug)


Seite 8

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"Kunst, selbst die Kunst mit dem weitesten Spielraum und der tiefsten Vision,
kann uns niemals die äußere Welt zeigen.
Alles, was sie uns zeigt, ist unsere eigene Seele, die einzige Welt, von der wir
überhaupt eine wirkliche Kenntnis haben.
Und die Seele selbst, die Seele von jedem einzelnen von uns,
ist für jeden von uns ein Geheimnis."

Oscar Wilde (1854-1900)




















"Das zentrale Thema meiner gegenwärtigen Arbeit ist der Mensch, seine inneren und
äußeren Zwänge, jene "innere Gefangenschaft" - wie sie Ernst Herhaus nannte. Wir
alle bewegen uns in einem von der Natur und unseren Lebensumständen vorgegebenen
engen Käfig, der keine Wände hat und den wir trotzdem nicht verlassen können - der
Volksmund sagt: "Man kann nicht aus der Haut" -. Daß gerade der alternde Mensch
diesem inneren Verlassensein und der damit verbundenen Zerstörung seines lchs besonders ausgesetzt ist, liegt in der Natur der Dinge.
Eine Möglichkeit sich in seinem "Käfig" lebenswert einzurichten ist kreatives Tun. Das
Entwickeln der eigenen schöpferischen Fähigkeiten hilft besonders den Menschen
jenseits des beruflichen Arbeitslebens Kraft und Daseinsfreude zu erhalten. Hier leistet
die Aktion "Leben im Alter" wertvolle Pionierarbeit. Ich bin deshalb der Einladung
ihrer Initiatoren, eine Auswahl meiner Arbeiten in einer Sonderschau zu zeigen, gerne
gefolgt."


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   Fleyer zur Ausstellung



Seite 2

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"Kunst, selbst die Kunst mit dem weitesten Spielraum und der tiefsten Vision,
kann uns niemals die äußere Welt zeigen.
Alles, was sie uns zeigt, ist unsere eigene Seele, die einzige Welt, von der wir
überhaupt eine wirkliche Kenntnis haben.
Und die Seele selbst, die Seele von jedem einzelnen von uns,
ist für jeden von uns ein Geheimnis."

Oscar Wilde (1854-1900)


















"Das zentrale Thema meiner gegenwärtigen Arbeit ist der Mensch, seine inneren und
äußeren Zwänge, jene "innere Gefangenschaft" - wie sie Ernst Herhaus nannte. Wir
alle bewegen uns in einem von der Natur und unseren Lebensumständen vorgegebenen
engen Käfig, der keine Wände hat und den wir trotzdem nicht verlassen können - der
Volksmund sagt: "Man kann nicht aus der Haut" -. Daß gerade der alternde Mensch
diesem inneren Verlassensein und der damit verbundenen Zerstörung seines lchs besonders ausgesetzt ist, liegt in der Natur der Dinge.
Eine Möglichkeit sich in seinem "Käfig" lebenswert einzurichten ist kreatives Tun. Das
Entwickeln der eigenen schöpferischen Fähigkeiten hilft besonders den Menschen
jenseits des beruflichen Arbeitslebens Kraft und Daseinsfreude zu erhalten. Hier leistet
die Aktion "Leben im Alter" wertvolle Pionierarbeit. Ich bin deshalb der Einladung
ihrer Initiatoren, eine Auswahl meiner Arbeiten in einer Sonderschau zu zeigen, gerne
gefolgt."


Seite 3

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"... Ich sah Plastiken, die mich mit meiner eigenen inneren Gefangenschaft vor und nach der letzten Flasche so radikal konfrontiert haben, daß ich davon schreiben möchte."

INNERE GEFANGENSCHAFT
von
Ernst Herhaus

Gestern also fuhren Schneeflocke und ich nach Eisenbach im Taunus. Wir hielten am Holzplatz eines Sägewerkes und sahen, auf einer Anhöhe, ein Holzhaus in einer wuchernden grünenden Wildnis. Am Fenster dieses Holzhauses erschien ein Gesicht, dann ein Arm, der herauf wies. Wir verließen den Wagen, gingen einen Teerweg hinauf.

Hinter einem Staketenzaun erschien Werner Arndt. Wir durchschritten sein Gartentor. Dann sah ich die Cager*, die Wesen, die Existenzen in den offenen Käfigen. Ich sah zuerst einen Kauernden. Sein offener Käfig war beengt. Kopf, Hände und Füße des Kauernden waren erhalten, sonst blickte ich in Hohlheit, aufgebrochene Seiten, in Leere. Ich sah mich.

Ich fragte Arndt dann noch: "Gibt es, für Sie, einen Unterschied zwischen Leiden und Unglück?" Er antwortete: "Leiden können ein für die schöpferische Arbeit fruchtbarer Zustand sein, wenn man diesen Zustand akzeptiert. Unglück kommt von außen und kann Leid auslösen." Ich erlebe es ganz anders, aber das ist ja das Lebendige in allen Sprachen, daß unterschiedlichste Verstehensweisen der selben Wörter Gespräche ermöglichen, Gewalt mindern. "Woran leiden Sie am meisten?" fragte ich. Arndt: "An der Einsamkeit, diesem geringen Kontakt zu Menschen, die Kunst interessiert." Ich sagte: "Ich empfinde meine Einsamkeit als wundersame Gabe, aber das Alleinsein und die Einsamkeit dazu, das ist oft kaum auszuhalten. Das Alleinsein empfinde ich als den geringen Kontakt zu mir selber, der meinen Hang zur Selbsteinschließung fördert. Änderte ich es nicht immer wieder, ich wäre längst tot."
Werner Arndt überlegte, dann sagte er: "Ich komme durch unsere Unterhaltung darauf, daß Einsamkeit wahrscheinlich geringer Kontakt zu mir selber ist." Wiederum ist es ganz anders bei mir und wiederum verstand ich Arndt gut, weil ich zur Kenntnis nahm, was er mir von sich sagte. Ich fragte: "Was betrachten Sie als ihr größtes Unglück?" - "Künstler geworden zu sein", sagte der nüchterne Mann. "Wie erleben Sie innere Gefangenschaft?" fragte ich. "Als meinen Zwang, solche Wesen in solchen Käfigen machen zu müssen", sagte er.
"Wie reagierte ich bei meinem Besuch in Eisenbach auf den unerwarteten Anblick Ihrer Arbeiten?" fragte ich Arndt, als er mich vor einer Woche in Frankfurt besuchte. "Sie waren sehr schweigsam. Ich fühlte sofort dieses intensive Schweigen. Zu Eva sagte ich später, daß ich Sie schon vor Jahren für einen Menschen gehalten habe, der sich vorwiegend schreibend äußert.
Ich war, damals im Chiemgau und jetzt, bei Ihrem Besuch in Eisenbach, übrigens ganz sicher, daß Sie verstehen, was ich mache." Ich fragte: "Wie reagierte ich auf die Menschenreste in den Käfigen? Antwort: "Sie sagten schließlich knapp und eindeutig, mit diesen Restexistenzen in den offenen Käfigen könnten Sie sich identifizieren und es sei Ihnen am unheimlichsten, daß die Käfige offen sind, denn damit sei es nun vollends klar, daß da wohl nie einer mehr herauskäme." - "Habe ich das tatsächlich gesagt?" fragte ich und Arndt sagte: "Wörtlich. Denn Sie waren ja viele Jahre so kaputt wie diese Wesen da, so leer, so ausgebrannt." Ich sagte: "Der Anblick solcher Wesensreste muß überzeugend erhalten bleiben."

*) Cager - Personifizierung des engl.: cage (Käfig)


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Einzelausstellungen

1953 Kunstverein Wiesbaden,
         im Neuen Museum Wiesbaden
1967 Städtisches Museum Wiesbaden,
         Gemäldegalerie
1968 Galerie Kröner, Freiburg im Breisgau
1969 Böttcherstr., Bremen, Retrospektive

Ausstellungsbeteiligungen u.a.:

Gerettete Meisterwerke des Deutschen
Ostens aus sieben Jahrhunderten in
Frankfurt und Berlin
Ausstellungen des Deutschen Kunstrates, u.a.
in Australien und SchwedenDeutscher Künstlerbund
Darmstädter Sezession, Mathildenhöhe
Kunstverein München
Württembergischer Kunstverein Stuttgart
Ausstellungen der Künstlergilde etc.

(Bilder befinden sich in Privatsammlungen
des ln- und Auslandes sowie in staatlichem Besitz, u.a. Staatsgalerie Stuttgart,
Landesmuseum Wiesbaden, Vonderau-
Museum Fulda, Land Hessen.






1969 Vonderau-Museum der Stadt Fulda
1969 Galerie Sothmann, Amsterdam
1969 Kunstzentrum "t'Venster", Rotterdam
1971 Galerie Maercklin, Stuttgart,
         Retrospektive



Auftritte in Funk u. Fernsehen:

Südwestfunk Baden-Baden:
10 Minuten Essay "Der Maler Werner Arndt"
Hessischer Rundfunk:
Fernsehfilm 20 Minuten
"Maler und Bogenschütze Werner Arndt"

ZDF:
Drehscheibe Life: Maler Werner Arndt

Bayrischer Rundfunk:
Hauptkanditat der Quiz-Fernsehsendung
"Sag die Wahrheit" mit Guido Baumann;
Redaktion: Eva Ginschel.



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   Listen der ausgestellten Skulpturen - Bilder - Handzeichnungen

Maße: Höhe x Breite   


  Ausgestellte Skulpturen & Reliefbilder

01. "Mutter und Kind", 1974; Plastik, Polyesterharz, Höhe: 120 cm

02. "Pieta" 1975; Reliefbild; Polyesterharz; Höhe: 200 cm

03. "Cager im Buddha-Sitz" (Weiblicher Torso), 1975; Polyesterharz, Höhe: 155 cm

04. Cager: "Der Namenlose"; 1975; Polyesterharz; Höhe: 135 cm

05. Cager: "Cager mit Klavierstuhl"; 1975; Polyesterharz; Höhe: 135 cm

06. "Roter Zwilling", 1975; Polyesterharz; Höhe: 155 cm

07. "Turm-Cager"; 1976; Polyesterharz; Höhe: 245 cm

08. "Kopf-Stele"; 1976; Plastik; Polyesterharz; Höhe: 158 cm

09. "Cager-Stele, zweigesichtig" (Januskopf); 1976; Polyesterharz; Höhe: 178 cm

9a. "Cager-Stele Werner Arndt (Selbstbildniscager)" ; 1976; Polyesterharz; Höhe: 155 cm

10. "Dreibein-Cager"; 1977; Polyesterharz; Höhe: 135 cm

11. "Cager, kauernd"; 1977; Polyesterharz; Höhe: 147 cm

12. "Cager mit gekreuzten Händen"; 1977; Polyesterharz; Höhe: 155 cm

13. "Cager, sich mit Händen bedeckend"; 1978; Polyesterharz; Höhe: 152 cm

14. Cager: "Stehendes Paar" ; 1978; Polyesterharz; Höhe: 160 cm

  Ausgestellte Bilder

15. Sitzende in grauem Zimmer (Das Mongolchen ); 1979; Misch-/Schabetechnik; 141 x 96 cm

16. Liegende auf gestreiftem Sofa; 1979; Misch-/Schabetechnik; 141 x 96 cm

17. Sitzende im Cager mit violettem Rand (Die Schmerzhafte); 1979; Misch-/Schabetechnik; 95 x 65 cm

18. Mann im Rollstuhl; 1979; Misch-/Schabetechnik; 140 x 91 cm

19. Frau mit zwei Schatten; 1979; Misch-/Schabetechnik; 141 x 89 cm

20. Bild im Bild mit weiblichem Akt; 1979; Misch-/Schabetechnik; 140 x 90 cm

21. Sitzender, Kopf in den Händen I; 1979; Misch-/Schabetechnik; 141 x 89 cm

22. Sitzende im dunklen Käfig; 1979, Misch-/Schabetechnik (Öl/ Acryl), 141 x 89 cm

23. Der Schrei; 1976; Öl auf Hartfaser; 80 x 60 cm

  Ausgestellte Handzeichnungen

24. Cager-Silo; 1977; Tusche/Acryl; 110 x 50 cm

25. Zimmer-Cager; 1977/78; Tusche/Acryl; 97 x 57 cm

26. Selbstbildnis mit blauem Rand; 1976/77; Tusche/Acryl; 65 x 50 cm

27. Cager mit Baum; 1978; Tusche/Acryl; 61 x 44 cm

28. Zwei Cager, grau; 1977 Tusche/Acryl 73 x 51 cm

29. Kopf im Raum; 1976 Tusche/Acryl 39 x 30 cm

30. Kopfstudie; 1976/77 Tusche/Acryl 39 x 30 cm

31. Stadtcager; 1978 Tusche/Acryl 85 x 55 cm


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"Mutter und Kind", 1974; Höhe: 120 cm - Polyester

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"Pieta", 1975; Höhe: 200 cm - Polyester

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"Cager im Buddha-Sitz", 1975; Höhe: 155 - Polyester

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Cager "Der Namenlose", 1975; Höhe: 155 cm - Polyester

"Cager mit Klavierstuhl", 1975; Höhe: 155 cm - Polyester

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Cager "Roter Zwilling", 1975; Höhe: 154 cm - Polyester

"Turm-Cager", 1976; Höhe: 245 cm - Polyester

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"Kopf-Stele", 1976; Höhe: 158 cm - Polyester

"Cager-Stele, zweigesichtig", 1976; Höhe: 176 cm - Polyester

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"Selbstbildniscager", 1976; Höhe: 155 cm - Polyester

"Dreibein-Cager", 1976; Höhe: 135 cm - Polyester

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"Cager, kauernd", 1977; Höhe: 147 cm - Polyester

"Cager mit gekreuzten Händen", 1977; Höhe: 155 cm - Polyester

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"Cager sich mit Händen bedeckend", 1978; Höhe: 155 cm - Polyester

Cager "Stehendes Paar", 1978; Höhe: 160 cm - Polyester

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Bilder*


"Sitzende in grauem Zimmer" ("Das Mongolchen"), 1978/79; Maße: 141 x 96 cm

"Liegende auf gestreiftem Sofa", 1979; Maße: 141 x 96 cm

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"Frau, aufgerichtet mit violettem Rand" ("Die Schmerzhafte"), 1978/79; Maße: 95 x 65 cm

"Mann im Rollstuhl", 1979; Maße: 140 x 91 cm

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"Frau mit zwei Schatten", 1979; Maße: 141 x 89 cm

"Bild im Bild mit weiblichem Akt", 1979; Maße: 140 x 96 cm

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"Sitzender, Kopf in den Händen", 1979; Maße: 141 x 89 cm

"Sitzende im dunklen Käfig", 1979; Maße: 141 x 89 cm

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"Der Schrei", 1979; Öl auf Hartfaser, Maße: 80 x 60 cm

*) Bilder: Misch-/Schabetechnik in Öl/Acryl soweit nicht anderes vermerkt

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Handzeichnungen


"Cager-Silo"; 1977; Tusche/Acryl; Maße: 110 x 50 cm

" Zimmer-Cager"; 1977/78; Tusche/Acryl; Maße: 97 x 57 cm

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"Selbstbildnis mit blauem Rand"; 1976/77; Tusche/Acryl; Maße: 65 x 50 cm

"Cager mit Baum"; 1979; Tusche/Acryl; Maße: 61 x 44 cm

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"Zwei Cager, grau"; 1977; Tusche/Acryl, Maße: 73 x 51 cm

"Kopf im Raum"; 1976; Tusche/Acryl; 39 x 30 cm

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"Kopfstudie"; 1976/77, Tusche/Acryl; 39 x 30 cm

"Stadtcager"; 1978, Tusche/Acryl; 85 x 55 cm

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